s´Gedicht

GREADEFFELE WECKEN: GEDICHT HOFENER HOGAMALE

Das Burgfräulein nachdem ihr suchet
lebte einst an diesem Ort
des Tages war sie stolz und strenge
des Nächtens da zog sie es fort.

Sie feierte als gäb´s kein Morgen
und tanzte, spielte nächtelang,
labte sich an Wein und Speisen
lauschte auch Musik und Gesang.

So ging das Tag für Tag von statten
bis in die frühe Morgenstund.
Der Burgherr war in arger Sorge,
das Treiben war ihm gar zu bunt.

Er nahm das Fräulein auf die Seite
und rief mit sorgenvollem Blicke,
dass für tugendhafte Mädchen
sich so ein Leben doch nicht schicke.

Das Fräulein wurde widerspenstig
sie lacht dem Burgherrn ins Gesicht,
auch wenn er es befehlen würde,
vom Lotterleben lässt sie nicht.

Der Hofner Burgherr wurde zornig,
er schrie und tobte wutentbrannt
„Und willst Du mir hier nicht gehorchen,
seist du von heute an verbannt!

Verlassen musst Du diese Mauern,
die Schutz und Heimat dir gegeben,
bringt sie hinaus und schließt das Tor
ab jetzt muss sie woanders leben“.

Da stand sie nun, das arme Ding,
und war allein in Gottes Hand,
vom Fuß der alten Hofner Feste
führte ihr Weg zum Neckarstrand.

Durch Wald und Feld hinab zum Fluss
Ging sie allein, beinah schon kühn
und der Tau auf Hofens Wiesen
färbte ihre Schuhe grün.

Doch nicht genug war es der Strafe
dass der Burgherr sie verbannte
es sollte noch viel schlimmer kommen
als sie zum Neckarufer rannte.

Vor Kummer vergaß sie jene Warnung
die ihre Ahnen ihr gegeben
die Warnung vor den düst´ren Männern,
die in des Neckars Fluten leben.

Gefährlich sei´s für junge Mädchen
die nachts entlang des Neckars liefen:
„Die Hogamale ziehn mit ihren Haken
euch in des kühles Neckars Tiefen“.

Und ebenso ist es gekommen,
wie von den Alten prophezeit.
In Dunkelheit das stolze Ding sitzt
im Verlies von da bis heut´.

Und glaubt ihr, all ihr Hofner Narren,
dass das Fräulein wird befreit?
Damit ihr mit ihr Fasnet feiert
und sei´s auch nur für kurze Zeit?

Versucht´s ihr Scillas, sprecht die Formel,
und denkt dabei vor allen Dingen,
an Wasser, Tanne, Erd´ und Zwiebel,
nur dann kann euer Schwur gelingen.

Erlöst Sie aus des Kerkers Tiefen
und nehmt sie auf in eure Mitte,
feiert mit ihr die Hofner Fasnet,
so wie es seither Brauch und Sitte.

Doch horcht: Nur während der Kampagne
begleitet sie euch dieses Stück
und in der Nacht vor Aschermittwoch,
da holen wir sie uns zurück!

copyright 2014 – Hofener Hogamale