Onser Burg

In Hofen erhebt sich die Ruine einer kleinen Schildmauerburg am Neckarhang. Die Burgruine Hofen ist die einzige Burganlage im Stadtgebiet Stuttgart mit hochragenden Mauerresten. Einst überwachte die Burg den Handelsweg am Neckar sowie die Furt über den Fluss. Gegenüber befand sich die Engelburg über Mühlhausen, welche die andere Uferseite sicherte. Von der Engelsburg sind nur noch Fundamente erkennbar.

Erbaut wurde die Burg um das Jahr 1250 neben den damals schon bestehenden Höfen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg durch Brand zerstört.

Eine Karte von Kieser aus dem Jahre 1685 zeigt die Burg bereits als Ruine. 1753 wurde das Lehen Hofen von Joseph Athanasius Baron von Neuhausen an das Haus Württemberg für 28.000 Gulden zurückgegeben.

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Ab dem Jahr 1783 wurde die Ruine für den Bau der Kirche St. Barbara und anderer Bauwerke teilweise abgetragen.

Aber auch als Ruine wurde die Burg weiter genutzt. Als Herzog Carl Eugen 1753 Burgruine und Dorf Hofen erwarb, kam wieder Leben in die alten Mauern. Der damalige Adlerwirt beseitigte die Trümmer und richtete im Innenhof eine Gartenwirtschaft ein. Immer wieder war der Ort Schauplatz fröhlicher Feste. Auch Herzog Carl Eugen nutze die Burgruine für diverse Festivitäten. In der Begleitung des Herzogs befand sich auch der Dichter Daniel Schubart, den er nach der Entlassung aus dem Gefängnis auf dem Hohen Asperg wieder zu Gnaden kommen ließ.

Schubart arrangierte die Feste und Lustbarkeiten im Schlößle und in der Burgruine.
Lange Zeit war das Anwesen weit und breit bekannt und hatte eine große Anziehungskraft. Danach geriet jedoch die Burgruine und auch die Gaststätte Adler in Vergessenheit. Nachdem mehrere Wirte mit Ihren Bemühungen scheiterten, übernahm Heiligenpfleger Karl Rau das Anwesen. Er sorgte erneut dafür, dass die Burgruine genutzt werden konnte. Zu dieser Zeit war auch die Schildmauer begehbar und bot von Ihrer Spitze einen schönen Blick ins Neckartal.

Auch Ludwig Uhland nennt in seinem Gedicht „Auf der Überfahrt“ die Hofener Burgruine. Im zu Ehren errichtete der Adlerwirt Karl Rau in der Burgruine ein Denkmal und brachte eine Tafel mit folgendem Text an:

Seid willkommen , frohe Gäste,
auf der Burg hier altersgrau!
Festlich grüßt vom Firn der Feste
deutsche Flagg‘ in Aethers Blau.
Blicket denn vom grünen Hügel,
von der Zinne hoch und frei
auf des Neckars blauen Spiegel
nach des Wunnensteins Bastei;
Blickt nach Schwabens Metropole,
wo das edle Herrscherpaar,
blickt nach Rothbergs Nekropole,
wo des Hauses Stammsitz war.
Doch wenn ihr erquickt die Seele,
an der wundervollen Schau,
labet dann auch Mund und Kehle
bei dem Adlerwirt Karl Rau



Bis zum Jahr 1999 war die Burgruine in Privatbesitz und wurde dann von der Landeshauptstadt Stuttgart erworben. Seit der von der Stadt Stuttgart in Auftrag gegebenen Sicherung der Mauern durch Restaurierungsarbeiten ist die Burgruine frei zugänglich.

Für die Hofener Hogamale und die Scillamännle hat die Burg eine besondere Bedeutung.

In den tiefen Kellern der Burg fristet das Greadeffele ihr trauriges Dasein und wartet jedes Jahr darauf, bei der Erweckung für die Fasnetszeit aus dem Verlies befreit zu werden und mit den Scillamännle die Fasnet zu feiern.

Für die Zeremonien bei der Erweckung und der Beerdigung in der Nacht des Fasnetsdienstags bildet die Burgruine einen würdigen Rahmen.