Über die Hogamale

Die Geschichte vom Hakenmann (Hogamale, Hokemaa, Hoaga-männle) kennt man in vielen Gegenden. Sie ist immer untrennbar mit der Lage eines Dorfes oder einer Stadt an einem Fluss oder größeren Bach verbunden. So kennt man in der näheren Umgebung den Hakenmann im Bereich der Donau, der Echaz oder des Neckars.

Der Hakenmann ist eine Schreck-gestalt, die auf dem Grund der Flüsse und Bäche lebt. Wagt sich jemand zu nahe an das Wasser, so erscheint er und zieht den Unvor-sichtigen mit seinem langen Haken auf den Grund und er ward nie mehr gesehen.

Doch wie haben sich in verschiedenen Gegenden die gleichen Sagen entwickelt? Dies lässt sich damit erklären, dass die Flüsse und Bäche früher zum Baden von Mensch und Tier, aber auch für die Wäsche oder andere Hausarbeiten genutzt wurden.

Man wollte oder musste sich also am oder im Wasser aufhalten, obwohl viele Menschen nicht schwimmen konnten.

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Gleichzeitig waren die Gewässer früher nicht mit der heutigen Situation vergleichbar. Es waren noch wilde, nicht kanalisierte Flüsse, die oftmals gefährliche Strudel oder Untiefen aufwiesen. Daher ertranken viele Menschen, was dann oftmals mit einem Flussgeist, nämlich dem Hakenmann erklärt wurde.

Gerade den Kindern wurde immer wieder eingeschärft, nicht zu nahe an das Wasser zu gehen, sonst würden sie augenblicklich vom gefürchteten Hakenmann mit dessen langer Stange hinein gezogen. Oftmals wurden die Warnungen mit gruseligen Geschichten verbunden. So erzählt man sich in Pfullingen, dass ein Pfullinger Bauer mitsamt seinen Ochsen und den beladenen Heuwagen spurlos in der Echaz verschwunden sein soll.

Auch der Neckar in Hofen sah nicht immer so wie heute aus. Vor der Kanalisierung gab es keinen Damm, sondern der Neckar grenzte mit seinem Ufer unmittelbar an die Häuser. Um die Kinder vom Ufer fern zu halten oder sie wenigstens zu größter Vorsicht zu bewegen, wurde auch in Hofen die Geschichte vom Hakenmann (Hogamale) erzählt.

Er soll vor allem am Ortsrand (d.h. auf Höhe der Hofener Burg) sein Unwesen treiben

und Kinder, aber auch junge Mädchen ans Wasser locken und dann mit seinem Haken in die dunklen Tiefen des Neckars ziehen.

Auch die schwäbisch-alemannische Fasnet hat diese Sagen aufgegriffen, so dass man immer wieder während der Fasnet auf die Gestalt des Hakenmann als Schreckgespenst trifft. Auch wenn seine Gestalt bei jeder Zunft voneinander abweicht, eines ist bei allen Figuren gleich: der Haken und das dämonische Aussehen.

Seit dem Jahr 2014 ist die Figur des Hogamale auch ein Bestandteil der Hofener Fasnet. Nachdem bereits viele Jahre über eine solche Figur gesprochen wurde, haben fünf Scillamännle in diesem Jahr die Figur zum Leben erweckt. Seitdem treten die Hogamale zweimal an der Fasnet auf: Die fünf dunklen Gestalten, die das ganze Jahr in ihrem Verlies über die Symbolfigur der Hofener Fasnet, das Greadeffele, wachen, geben das Greadeffele beim Wecken in die Obhut der Hofener Scillamännle.

Allerdings nur für die Zeit der Fasnet, denn in der Nacht des Fasnetsdienstags holen Sie sich ihre Gefangene in einer großen Zeremonie wieder zurück und beenden damit die Hofener Fasnet.

Die Hofener Hogamale sind Teil der Hofener Scillamännle und werden dies auch bleiben. Es gibt nur fünf Hogamale und keines mehr!